Schluckbeschwerden
Schluckbeschwerden
Schluckbeschwerden, Schluckstörung, Kloss im Hals
Symptome
Der Begriff Scluckbeschwerden oder Schluckstörungen ist recht schwammig definiert. Die Fachwörter für Schluckstörungen sind Dysphagie (= Schluckstörungen ohne Schmerzen) und Odynophagie (=Schluckstörungen mit Halsschmerzen oder Schmerzen beim Schlucken). Es ist ein wahrer Sammeltopf, denn dieses Symptom kann durch zahlreiche Ursachen bzw. Erkrankungen hervorgerufen werden. Darunter fallen zum Beispiel Schmerzen beim Schlucken (z.B. Halsschmerzen) und funktionelle Schluckbeschwerden.
Darunter fallen zum Beispiel Schmerzen beim Schlucken (z.B. Halsschmerzen) und funktionelle Schluckbeschwerden.
Unter den Oberbegriff „Schluckbeschwerden“ fällt natürlich auch der Kloß im Hals. Dieser wird jedoch in einem extra Kapitel behandelt.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Stehen starke Schluckschmerzen (Halsschmerzen) im Vordergrund, so sollte innerhalb der ersten Tage ein HNO Arzt konsultiert werden. Ist ein Kloß im Hals oder eine funktionelle Schluckstörung nach 1-2 Wochen nicht verschwunden, ist der Gang zum HNO Arzt ein MUSS!
Ursachen von Schluckbeschwerden im Mund / Rachenbereich:
Schluckprobleme mit z.T. starken Halsschmerzen
- Glossitis
- Zungengrund oder Mundbodenabszess
- Pilz im Mund oder Rachen (Soor)
- Stomatitis aphthosa
- Tonsillitis ( Mandelentzündung)
- Pharyngitis (Rachenentzündung)
- Mandelabszeß ( Peritonsillarabszeß)
- Angioneurotisches Ödem (Quincke – Ödem)
- Epiglottitis ( Entzündung des Kehldeckels)
- Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
- Verätzungen oder Verbrennungen im Mund/RachenbereichFremdkörper
Schluckbeschwerden meist ohne Halsschmerzen
- Zenkersches Divertikel
- Gut und bösartige Tumore
- Zungengrundstruma
- Halszysten
- Ranula
- Laryngozele
- Xerostomie
- Z.n. Strahlentherapie
Nervenkrankheiten als Ursache der Dysphagie
Zahlreiche Hirnnerven sind am komplizierten Schluckprozess beteiligt. Dieser läuft zum teil willkürlich und zu einem Großteil unwillkürlich ab. Eine funktionelle Störung der einzelnen Nerven oder eine neuralgische Komponente können da zu erheblichen Problemen beim Schlucken führen.
Muskelerkrankungen führen zu Schluckbeschwerden
Nahezu der ganze Schlund des Menschen ist ein einziger Muskelschlauch. Verschiedene Muskelgruppen müssen exakt zusammenarbeiten, damit Nahrung in unsere Speiseröhre und damit in unseren Verdauungstrakt gelangen kann. Muskuläre Erkrankungen können daher ebenfalls zu Schluckbeschwerden führen. Hierzu zählt z.B. Die Myasthenia gravis.
Bilde ich mir die Schluckbeschwerden nur ein?
Ein heikles Thema sind die psychogen bedingten Schluckbeschwerden. Ein füherer Chefarzt sagte mal zu mir: Psychogen sind die Beschwerden dann, wenn man nicht ordentlich nach der Ursache gesucht hat. Wie sie bisher sehen konnten gibt es sehr viele Ursachen, die zu Probleme beim Schlucken führen können. Erst wenn alle Differentialdiagnostischen Ursachen abgeklärt sind, kann man von einer psychogenen Ursache reden. Der Fachbegriff dafür ist: Globus hystericus.
Die HWS kann Schluckstörungen verursachen!
HWS Syndrom
Viele Erkrankungen der HWS können auf den Schluckakt negative Auswirkungen haben.
Die häufigsten Ursachen sind:
HWS Syndrom: Blockierungen oder muskuläre Verspannungen der Halswirbel, der Hals- und Schultermuskulatur führen oft zu Schluckbeschwerden.
Spondylosis deformans: den knöchernen Umbau zwischen den einzelnen Wirbelkörpern kann nicht nur zu erheblichen Problemen der Funktionalität der Halswirbelsäule, sondern auch zu Schluckstörungen mit und ohne Schmerzen führen.
Bandscheibenvorfall der HWS
u.v.m.
Internistische Ursachen von Schluckbeschwerden
- Struma = Vergrößerung der Schilddrüse
- Refluxösophagitis - extraösophagealer Reflux
- Aortenaneurysma
- Vitaminmangel
- Botulismus
- Herzklappenfehler
Dermatologische Ursachen
- Sklerodermie
- Lupus erythematodes
- Pemphigus vulgaris
- Herpes zoster
- Herpes simplexinfektion
- Rezidivierende Aphthen
Die Speiserhre als Ursache von Schluckbeschwerden
Verdauungssystem
Liegen die Beschwerden im Bereich der Speiseröhre sprechen wir von einer ösophagealen Dysphagie. Je nach Alter des Patienten treten die unterschiedlichen Erkrankungen in einer absteigenden Häufigkeit auf. Die Refluxösophagitis ist der häufigste Grund von osophagealen Schluckstörungen bei Patienten unter 45 Jahren.
Die gesamte Liste der möglichen Ursachen würde diese Internetpräsentation sprengen, daher habe ich mich auf die häufigsten Krankheiten beschränkt:
- Banale Ösophagitis
- Refluxösophagitis
- Barret - Syndrom
- Ösophagusmykose
- Entzündliche Stenosen
- Narbige Stenosen
- Hiatushernie
- Fremdkörper
- Verätzungen und Verbrennungen der Speiseröhre
- Ösophagusspasmus
- Achalasie
- Ösophagusvarizen
- Gutartige und bösartige Tumore der Speiseröhre
- Diabetische Neuropathie
- Alkoholische Neuropathie
Medikamentös bedingte ösophageale Dysphagie
- Antibiotika
- Antiarrhytmika
- Antirheumatika
- Antikonvulsiva
Diagnostik von Schluckstörungen
Eine strukturierte Diagnostik der Schluckstörungen führt letztendlich zur sicheren Diagnose. Der Fachmann für die Erkrankungen des Schluckaktes ist derHals- Nasen- Ohrenarzt und der Facharzt für Phoniatrie. Nur sie besitzen das Wissen, die Ausstattung und die Erfahrung schnell und erfolgreich zur Diagnose zu gelangen. Wie sie jedoch anhand der vielfältigen Ursachen sehen, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Fachgruppen erforderlich.
Welche Möglichkeiten stehen dem HNO Arzt und dem Phoniater zur Verfügung?
Inspektion der Mund/Rachen Region
Laryngoskopie
Endoskopische Diagnostik:
Indirekte endoskopische Diagnostik:
Der HNO Arzt verfügt über Optiken verschiedenster Größe um den gesamten Mund und Rachenraum zu Untersuchung:
Stroboskopie / Videostroboskopie
Flexible Endoskopie mit oder ohne Videodokumentation des Schluckaktes
Starre Endoskopie des Kehlkopfes, der Speiseröhre und der Luftröhre in Narkose
Sonographie
Ultraschall Hals I
In der modernen HNO Praxis ist die Sonographie aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Strukturen des Halses können mit dem Ultraschallgerät exakt dargestellt und beurteilt werden. Größenänderungen einzelner Strukturen (z.B. Schilddrüse, Lymphknoten) werden sicher dargestellt.
Radiologische Diagnostik
Breischluck
Röntgenbreischluck: Bei dieser Untersuchung erhält der Patient ein Kontrastmittel zum Trinken und der Radiologe kann vor dem Schirm den Schluckakt genau verfolgen. Er sieht, wenn Nahrungsbrei unregelmäßig in die Speiseröhre gelangt oder in einer Struktur sammelt (z.B. Zenkerdivertikel). Er kann auch beurteilen, ob ein Teil des Nahrungsbreis in die Luftröhre gelangt und dabei beim Essen vielleicht ein Hustenreiz ausgelöst wird. Ebenfalls kann er beurteilen, ob Veränderungen der Wirbelsäule die Passage im Rachenbereich stören.
Kernspintomographie
Computertomographie
Welche Ärzte können mir helfen?
Intersisziplinär!
1. Der Hals- Nasen- Ohrenarzt ihres Vertrauens
2. Facharzt für Phoniatrie
3. Orthopäde
3. Neurologe
4. Gastroenterologe


