Morgens aufgewacht und plötzlich hört ein Ohr kaum noch etwas. Kein Schmerz, kein Sturz, keine Erkältung - einfach so. Was wie ein harmloser Druckausgleich klingt, kann ein Hörsturz sein. Und beim Hörsturz zählen die ersten 48 Stunden.
Ein Hörsturz ist ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust ohne erkennbare äußere Ursache. Er gilt medizinisch als Eilfall - kein Notfall, bei dem Sie sofort den Rettungsdienst rufen müssen, aber ein Fall, bei dem Sie nicht wochenlang abwarten sollten. Dieser Artikel erklärt, woran Sie einen Hörsturz erkennen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und warum die Kortison-Spritze ins Ohr für viele Patienten die bessere Wahl ist.
Was ist ein Hörsturz?
Ein Hörsturz ist ein plötzlicher Innenohrhörverlust, der sich innerhalb von Sekunden bis Stunden entwickelt. Betroffen ist fast immer nur ein Ohr. Die Ursache bleibt in den meisten Fällen ungeklärt - vermutet werden Durchblutungsstörungen im Innenohr, Virusinfektionen oder Autoimmunreaktionen.
Der Hörsturz kann alle Frequenzen betreffen oder sich auf bestimmte Tonlagen konzentrieren. Manchmal erholt sich das Gehör ohne Behandlung innerhalb weniger Tage von selbst. Die Spontanheilungsrate liegt bei 50 bis 70 Prozent. Das bedeutet aber auch: Bei 30 bis 50 Prozent der Betroffenen bleibt ein dauerhafter Hörverlust, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird.
Hörsturz oder Tinnitus?
Ein Hörsturz und Tinnitus können gemeinsam auftreten, sind aber nicht dasselbe. Beim Hörsturz steht der Hörverlust im Vordergrund. Tinnitus - also Ohrgeräusche ohne äußere Schallquelle - kann als Begleitsymptom auftreten. Besteht ausschließlich ein Ohrgeräusch ohne Hörverlust, handelt es sich nicht um einen Hörsturz.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache eines Hörsturzes bleibt häufig offen. Als mögliche Auslöser gelten:
- Durchblutungsstörungen im Innenohr
- Stress und anhaltende Erschöpfung
- Virusinfektionen, insbesondere Herpesviren
- Autoimmunreaktionen (seltener)
- Druckereignisse beim Tauchen oder Fliegen
Bestimmte Grunderkrankungen erhöhen das Risiko eines Hörsturzes:
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Fettstoffwechselstörungen
Symptome: Woran erkenne ich einen Hörsturz?
Das Leitsymptom ist eindeutig: eine plötzliche, einseitige Hörminderung ohne erkennbaren Auslöser. Sie kann von einem Moment auf den anderen auftreten. Begleitend können auftreten:
- Druckgefühl im Ohr (“wie Watte im Ohr”)
- Tinnitus: Pfeifen, Rauschen oder Summen
- Schwindel bei gleichzeitiger Innenohrschädigung
- Verzerrtes Hören oder Überempfindlichkeit gegenüber Lautstärke
Was kein typisches Hörsturz-Symptom ist: Schmerzen. Ein Hörsturz tut nicht weh. Ohrschmerzen deuten eher auf eine Mittelohrentzündung hin.
Wichtig - diese Kombination erfordert den Notruf: Tritt plötzlicher Hörverlust zusammen mit starkem Schwindel, Erbrechen, Gesichtslähmung oder Sprachstörungen auf, kann ein Schlaganfall vorliegen. Dann sofort 112 rufen.
Diagnose beim HNO-Arzt
Für die Diagnose eines Hörsturzes sind mehrere Untersuchungen nötig:
- Ohrmikroskopie: Ausschluss äußerer Ursachen wie Cerumen oder Mittelohrentzündung
- Tonschwellenaudiogramm: Messung des Hörvermögens über alle Frequenzen
- Impedanzaudiometrie: Beurteilung der Mittelohrfunktion
- Tympanogramm: Prüfung der Trommelfellbeweglichkeit
In der HNO-Praxis Dr. Dewes in Saarlouis stehen diese Untersuchungen direkt zur Verfügung. Liegen alle äußeren Befunde im Normbereich und zeigt das Audiogramm einen Innenohrhörverlust, ist die Diagnose Hörsturz gestellt.
Behandlungsmöglichkeiten
Systemische Kortikoidtherapie
Die Standardbehandlung des Hörsturzes ist Kortison - als Tabletten oder Infusion. Kortison wirkt entzündungshemmend und kann die Durchblutung im Innenohr fördern. Die Behandlung wird möglichst früh begonnen, idealerweise innerhalb der ersten 24 bis 48 Stunden nach Symptombeginn.
Bei leichten Fällen und geringem Hörverlust ist anfängliches Abwarten vertretbar, da viele Hörstürze sich spontan erholen. Besteht ein deutlicher Hörverlust oder klingen die Symptome nach zwei bis drei Tagen nicht ab, ist eine Behandlung dringend empfohlen.
Kortison direkt ins Ohr: die intratympanale Therapie
Eine besonders effektive Methode ist die intratympanale Kortikoidtherapie (ITC). Dabei wird Kortison durch das Trommelfell direkt in das Mittelohr gespritzt, von wo es ins Innenohr gelangt. Das klingt zunächst unangenehm - nach lokaler Betäubung ist der Eingriff jedoch nahezu schmerzfrei. Patienten berichten meist nur von einem kurzen Kältegefühl.
Die Vorteile der ITC gegenüber systemischem Kortison:
- Deutlich geringere Dosis nötig, da der Wirkstoff direkt am Zielort wirkt
- Keine systemischen Nebenwirkungen wie Blutzuckeranstieg, Schlafstörungen oder Magenprobleme
- Besonders geeignet für Risikopatienten: Diabetiker, Patienten nach Herzinfarkt oder Schlaganfall, Menschen mit Magenerkrankungen
In der HNO-Praxis Dr. Dewes in Saarlouis wird die intratympanale Kortikoidtherapie seit 2005 durchgeführt - als Ersttherapie oder wenn systemisches Kortison nicht verträglich ist oder nicht ausreicht. Damit gehört die Praxis zu den erfahrensten Einrichtungen in der Region für diese Therapieform.
Was kann ich selbst tun?
Neben der ärztlichen Behandlung können folgende Maßnahmen unterstützend helfen:
- Ruhe und Stressreduktion in den ersten Tagen
- Ausreichend Schlaf
- Koffein und Nikotin reduzieren: beide verengen die Blutgefäße
- Keine Lärmbelastung: Lautstärke schont das geschädigte Innenohr
Was definitiv nicht hilft: Abwarten und Hoffen. Je länger ein unbehandelter Hörverlust besteht, desto geringer die Chance auf vollständige Erholung.
Ergänzende Behandlungsansätze
Einige Patienten fragen nach ergänzenden Verfahren. Die Bioresonanztherapie (BICOM) wird in der Praxis Dr. Dewes als begleitende Maßnahme angeboten - insbesondere wenn Stress als auslösender Faktor vermutet wird oder eine vegetative Dysregulation im Vordergrund steht. Mehr dazu: Hörsturz ganzheitlich behandeln.
Die Bioresonanztherapie gehört zur Erfahrungsheilkunde. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich nicht im Sinne der evidenzbasierten Medizin belegt. Sie ersetzt keine notwendige medizinische Diagnostik oder Therapie und wird ausschließlich ergänzend eingesetzt.
Häufige Fragen zum Hörsturz
Wie schnell muss ich beim Hörsturz zum Arzt?
Innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Beginn der Symptome. Ein Hörsturz ist kein Notfall, bei dem der Rettungswagen nötig ist - aber ein Eilfall. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Heilungschancen. Warten Sie nicht auf einen Routinetermin in zwei Wochen.
Ist ein Hörsturz gefährlich?
Ein Hörsturz selbst ist nicht lebensbedrohlich, kann aber zu dauerhaftem Hörverlust führen, wenn er unbehandelt bleibt. Tritt ein plötzlicher Hörverlust zusammen mit Schwindel, Gesichtslähmung oder Sprachstörungen auf, kann ein Schlaganfall dahinterstecken - dann sofort 112.
Kann ich nach einem Hörsturz wieder normal hören?
In vielen Fällen ja. Die Spontanheilungsrate liegt bei 50 bis 70 Prozent. Mit früher Behandlung verbessern sich die Chancen deutlich. Je nach Ausmaß des Hörverlusts und Zeitpunkt der Behandlung kann das Hörvermögen vollständig, teilweise oder bleibend eingeschränkt sein.
Was kostet die Kortison-Spritze ins Ohr?
Die intratympanale Kortikoidtherapie ist eine Kassenleistung, wenn sie als Folgetherapie nach erfolglosem systemischen Kortison eingesetzt wird. Als Ersttherapie wird sie in vielen Praxen als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) abgerechnet. Sprechen Sie dies vor der Behandlung offen an.
Kann ein Hörsturz sich wiederholen?
Ja, ein erneuter Hörsturz ist möglich. Wer bereits einen Hörsturz hatte, hat ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv. Risikofaktoren konsequent zu behandeln - Bluthochdruck, Stress, Nikotinkonsum - kann das Risiko reduzieren.
Leiden Sie unter plötzlichem Hörverlust oder einem Druckgefühl im Ohr? In der HNO-Praxis Dr. Dewes in Saarlouis stehen Ihnen Hördiagnostik und die intratympanale Kortikoidtherapie direkt zur Verfügung. Vereinbaren Sie Ihren Termin bequem online unter drdewes.de/online-termine oder rufen Sie uns an: 06831 2055.
