„Ich bin schon wieder krank." Diesen Satz höre ich in meiner HNO-Praxis in Saarlouis fast jede Woche – von erwachsenen Patienten, die das Gefühl haben, von einem Infekt in den nächsten zu rutschen. Kaum ist der letzte Schnupfen abgeklungen, kratzt schon wieder der Hals. Viele haben bereits mehrere Antibiotika-Kuren hinter sich, fühlen sich dauerhaft erschöpft und fragen sich zu Recht: Ist das noch normal – und was kann ich tun?
Dieser Beitrag beschreibt, wie ich mit diesem Thema in meiner Sprechstunde umgehe. Ausdrücklich vorweg: Es handelt sich um meine persönliche ärztliche Erfahrung, nicht um einen neuen Leistungsschwerpunkt meiner Praxis und nicht um ein Versprechen auf Heilung. Bevor ich auf mein persönliches Vorgehen eingehe, steht am Anfang immer dieselbe Frage: Ist das, was Sie beschreiben, im Rahmen des Normalen – oder gehört es fachärztlich abgeklärt?
Wann sind häufige Infekte normal – und wann sollten Sie das abklären lassen?
Erwachsene erkälten sich immer wieder, das ist per se kein Alarmsignal. Das Immunsystem lernt ständig neu dazu, saisonale Häufungen im Herbst und Winter sind bekannt, und auch beruflicher oder privater Stress kann die Infektanfälligkeit vorübergehend erhöhen. Die meisten Menschen, die „ständig erkältet" sind, haben keine zugrunde liegende Erkrankung.
Es gibt aber eine klinisch definierte Grenze, ab der eine echte, sogenannte pathologische Infektanfälligkeit in Betracht gezogen und fachärztlich – meist immunologisch – abgeklärt werden sollte. Die European Society for Immunodeficiencies (ESID) hat dafür ein Warnzeichen-Protokoll entwickelt, das sich in der Praxis als „6 ESID-Warnzeichen" etabliert hat.1 Bei Erwachsenen gilt eine Abklärung als sinnvoll, wenn eines oder mehrere der folgenden Kriterien zutreffen:
- Vier oder mehr antibiotikapflichtige Infektionen pro Jahr (zum Beispiel Mittelohrentzündung, Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Lungenentzündung)
- Wiederkehrende Infektionen oder die Notwendigkeit einer verlängerten Antibiotikatherapie
- Zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen (zum Beispiel Knochenmarkentzündung, Hirnhautentzündung, Blutvergiftung, Weichteilentzündung)
- Zwei oder mehr radiologisch gesicherte Lungenentzündungen innerhalb von drei Jahren
- Eine Infektion an ungewöhnlicher Stelle oder mit einem ungewöhnlichen Erreger
- Primärer Immundefekt in der Familie
Eine Validierungsstudie an 24 erwachsenen Patienten mit gesichertem primärem Immundefekt zeigte, dass 20 von ihnen (83 Prozent) mindestens eines dieser Warnzeichen erfüllten.2 Das macht deutlich: Die Liste ist ein sinnvolles, aber kein perfektes Screening-Instrument. Einzelne Patienten mit primärem Immundefekt fielen auch ohne diese Warnzeichen auf – meist über andere Symptome wie chronische Verdauungsbeschwerden oder Hautveränderungen. Deshalb gilt für mich: Im Zweifel lieber einmal zu viel abklären lassen als einmal zu wenig.
Wenn eines dieser Warnzeichen auf Sie zutrifft, ist mein weiter unten beschriebenes persönliches Vorgehen nicht der richtige erste Schritt. Dann gehört zunächst eine strukturierte Diagnostik dazu – in der Regel beginnend beim Hausarzt, mit Blutbild, Immunglobulin-Bestimmung und bei Bedarf Überweisung zum Immunologen. Auch andere Begleitsymptome, die über die reine Infekthäufung hinausgehen – etwa wiederkehrendes Fieber ohne erkennbaren Infekt oder anhaltende, ungewöhnliche Hautveränderungen –, gehören nach meiner ärztlichen Erfahrung zunächst fachärztlich abgeklärt und nicht in einen komplementären Ansatz.
Für alle anderen – also die deutlich größere Gruppe von Patienten, die zwar spürbar häufiger krank sind als früher oder als ihnen lieb ist, aber keines der Warnzeichen erfüllen und bei denen ernsthafte Ursachen bereits ausgeschlossen wurden – beschreibe ich im Folgenden, wie ich in meiner Praxis vorgehe.
Mein Ausgangspunkt: der „allergische Formenkreis" nach Dr. Rummel
Ein wichtiger Teil meines Vorgehens beruht auf dem Konzept des inzwischen verstorbenen Arztes Dr. med. Gerhard Rummel, dessen Bioresonanz-Schema ich seit vielen Jahren in meiner Praxis weiterführe.3 Sein Erklärungsmodell geht davon aus, dass verschiedene chronische Beschwerdebilder – Heuschnupfen, Neurodermitis, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen und eben auch eine erhöhte Infektanfälligkeit – ihren Ursprung in einer ähnlichen Fehlregulation des Immunsystems haben können, dem sogenannten allergischen Formenkreis. Wiederkehrende Infekte werden in meiner eigenen Patienteninformation zur Rummel-Therapie ausdrücklich als eine der Indikationen genannt, bei denen ich das Verfahren anbiete.4
Ich möchte an dieser Stelle betonen, was ich auch an anderer Stelle ausführlich beschrieben habe: Es handelt sich dabei um ein erfahrungsmedizinisches Modell, nicht um eine wissenschaftlich gesicherte gemeinsame Ursache dieser Erkrankungen. Wie das Schema im Detail aufgebaut ist, mit welchen Programmen gearbeitet wird und wie eine einzelne Sitzung abläuft, habe ich in einem eigenen Beitrag ausführlich beschrieben: Bioresonanz nach Dr. Rummel – das Schema und die Idee dahinter. Die allgemeine Einordnung der Methode, Kosten und Kontraindikationen finden Sie auf der Leistungsseite Bioresonanztherapie (BICOM).
Aus diesem Ausgangspunkt heraus hat sich über die Jahre in meiner Praxis eine Kombination aus vier Bausteinen entwickelt, die ich Patienten mit häufigen Atemwegsinfekten regelmäßig als eine mögliche Option vorschlage – nicht als Standardprogramm, das jeder gleichermaßen durchläuft, sondern als Gesprächsgrundlage, die wir gemeinsam an die individuelle Situation anpassen.
Mein Stamm-Rezept: vier Bausteine, die ich seit Jahren kombiniere
Ich berate seit Jahren zu diesem Kombinations-Ansatz. Wichtig ist mir dabei, transparent zwischen dem zu unterscheiden, was durch Studien belegt ist, und dem, was auf Erfahrungsheilkunde beruht. Beides hat in meiner Praxis seinen Platz – aber Patienten haben ein Recht darauf zu wissen, womit sie es jeweils zu tun haben.
1. Bioresonanz nach dem Rummel-Schema
Den ersten Baustein habe ich oben bereits eingeführt: die Bioresonanztherapie nach dem von Dr. Rummel entwickelten und von mir weitergeführten Schema, mit einer BASIS von bis zu 15 Sitzungen und – falls nach der BASIS noch Beschwerden bestehen – einer möglichen Phase B mit individuell ausgewählten Nosoden.3 In dieser zweiten Phase spielt bei manchen Patienten auch die Frage nach durchgemachten Virusinfektionen eine Rolle, etwa Herpesviren oder das Epstein-Barr-Virus – ein Gedanke, der eine gewisse Verwandtschaft zu dem hat, was ich in meinem Beitrag über die ganzheitliche Begleitung beim Hörsturz zu möglichen viralen Reaktivierungen beschrieben habe. Auch dort gilt: Es ist ein Erklärungsmodell, kein bewiesener Kausalzusammenhang.
Ich sage es so deutlich, wie ich es auch meinen Patienten sage: Die Bioresonanztherapie ist ein Verfahren der Erfahrungsheilkunde. Sie ist schulmedizinisch nicht anerkannt, randomisierte, placebokontrollierte Studien zu ihrer Wirksamkeit fehlen, und die gesetzlichen Krankenkassen erstatten sie nicht. Ich biete sie an, weil ich in meiner täglichen Praxis den Eindruck gewinne, dass sie für einen Teil meiner Patienten eine sinnvolle ergänzende Option sein kann – nicht, weil ich sie für wissenschaftlich bewiesen halte.
2. Ausgewählte Mikronährstoffe – aber nicht blind supplementiert
Der zweite Baustein sind Mikronährstoffe. Hier ist mir eine ehrliche Einordnung besonders wichtig, weil im Internet viel Übertriebenes über „das Immunsystem stärkende" Vitamine kursiert.
Vitamin D: Die derzeit beste verfügbare Evidenz stammt aus zwei großen Metaanalysen randomisierter Studien.56 Sie zeigen: Eine Vitamin-D-Supplementierung senkt das Risiko für akute Atemwegsinfekte in der Gesamtbevölkerung nur moderat. Deutlich wird der Effekt erst bei Menschen mit einem tatsächlich nachgewiesenen, ausgeprägten Vitamin-D-Mangel, die täglich oder wöchentlich (nicht in hochdosierten Einzelgaben) supplementiert werden. Bei bereits gutem Vitamin-D-Spiegel bringt eine zusätzliche Einnahme dagegen keinen belegten Zusatznutzen. Deshalb empfehle ich grundsätzlich, den Spiegel zunächst bestimmen zu lassen, statt blind zu supplementieren.
Zink: Hier ist die Studienlage tatsächlich uneinheitlich, und das sage ich auch so. Der aktuellste Cochrane-Review kommt zu dem Schluss, dass die vorhandene Evidenz nicht ausreicht, um eine generelle Empfehlung für Zink zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkältungen auszusprechen.7 Eine internationale HNO-Leitlinie zur Rhinosinusitis (EPOS 2020) soll Zink im Rahmen der Selbstbehandlung akuter viraler Infekte der oberen Atemwege dagegen positiver bewerten.8 Ich nenne diesen Widerspruch bewusst, statt ihn zu verschweigen – die Wahrheit ist: Bei Zink ist die Datenlage bis heute nicht eindeutig.
Vitamin C: Für die meisten Menschen senkt eine regelmäßige Vitamin-C-Einnahme das Risiko, sich überhaupt zu erkälten, nicht.9 Was sich zeigt, ist ein kleiner, aber wiederholt bestätigter Effekt auf die Dauer und Schwere einer bereits eingetretenen Erkältung, wenn Vitamin C regelmäßig und nicht erst nach Symptombeginn eingenommen wird – die Reduktion der Erkältungsdauer liegt bei Erwachsenen im einstelligen Prozentbereich (rund 8 Prozent).910 Vitamin C ist also kein Schutzschild gegen Erkältungen, kann aber bei bereits eingetretenen Infekten einen leicht mildernden Effekt haben, wenn es schon vorher regelmäßig eingenommen wurde.
Selen: Selen ist als Baustein antioxidativer Enzyme physiologisch wichtig für die Immunfunktion. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit findet aber keinen Beleg dafür, dass eine zusätzliche Selen-Supplementierung bei ohnehin ausreichender Versorgung einen messbaren Zusatznutzen für die Immunfunktion bringt.11 Auch hier gilt für mich: sinnvoll bei nachgewiesenem Mangel, kein Selbstzweck bei normalem Status.
OPC (Traubenkern- und Pinienrindenextrakt): Ergänzend empfehle ich die sogenannten oligomeren Proanthocyanidine – kurz OPC –, sekundäre Pflanzenstoffe unter anderem aus Traubenkernen und Pinienrinde. Ihre antioxidative, also zellschützende Wirkung ist im Labor gut dokumentiert.12 Für einen klinischen Nutzen speziell bei Infektanfälligkeit oder Atemwegsinfekten ist die Datenlage beim Menschen dagegen dünn und uneinheitlich: Ein großer Teil der vorliegenden Studien stammt aus herstellernahem Umfeld, und die methodisch sauberste unabhängige Studie fand keinen Zusatznutzen.13 Für OPC bzw. Traubenkernextrakt gibt es in der EU zudem keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe zur Stärkung des Immunsystems.14 Ich setze OPC daher – ähnlich wie den Beifuß weiter unten – als erfahrungsbasierte Ergänzung ein, nicht als wissenschaftlich belegten Infektschutz.
Grundsätzlich gilt für alle diese Mikronährstoffe: Ich nenne hier bewusst keine Mengenangaben. Ob und in welcher Form eine Ergänzung für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab und gehört ins persönliche Gespräch – bei Vitamin D und Selen sinnvollerweise nach vorheriger Bestimmung des Blutspiegels, nicht blind supplementiert.
3. Cistus incanus – ein Tee, den ich seit Jahren empfehle
Der dritte Baustein ist Cistus incanus, die Zistrose – ein mediterraner Halbstrauch, dessen Blätter traditionell als Tee genutzt werden. In meiner Praxis empfehle ich diesen Tee seit Jahren als begleitende Maßnahme bei häufigen Atemwegsinfekten.
Zur Studienlage: Es gibt eine randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie mit 160 Patienten mit Infekten der oberen Atemwege, die unter einem polyphenolreichen Cistus-Extrakt (CYSTUS052) im Vergleich zu Placebo eine im Mittel kürzere und mildere Symptomatik zeigte.15 Das ist eine ernstzunehmende Einzelstudie – aber eben auch nur eine Einzelstudie, ohne bekannte unabhängige Replikation und kein systematischer Übersichtsreview. Deshalb formuliere ich hier bewusst vorsichtig: eine randomisierte Studie deutet auf einen möglichen symptomlindernden Effekt hin. Das ist etwas anderes als ein wissenschaftlich bewiesener Wirknachweis.
Ich empfehle Cistus ausschließlich als Tee – nicht als Kapsel, Extrakt oder als bestimmtes Markenprodukt. Wichtig für die Einordnung ist auch: Antivirale Effekte von Cistus-Extrakten wurden bislang nur in Zellkultur- und Tiermodellen gezeigt, nicht direkt am Menschen.16 Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die bislang einzige beantragte gesundheitsbezogene Angabe zu Cistus als nicht ausreichend belegt bewertet – es gibt aktuell keine zugelassene Werbeaussage für Cistus-Produkte in der EU. Aussagen wie „stärkt das Immunsystem" oder „wirkt keimtötend" sind bei Cistus-Nahrungsergänzungsmitteln rechtlich nicht zulässig, und gegen entsprechende Werbung ist bereits gerichtlich vorgegangen worden.16 Ich empfehle Cistus deshalb ausdrücklich nicht als Heilmittel, sondern als traditionell genutzten, gut verträglichen Tee, den ich aus eigener Erfahrung als angenehme Ergänzung sehe.
4. Einjähriger Beifuß (Artemisia annua) – eine transparent offene Randnotiz
Der vierte Baustein ist der am kritischsten zu betrachtende: der einjährige Beifuß, botanisch Artemisia annua. Ich nenne ihn hier bewusst, weil er Teil meiner persönlichen Praxis ist – aber mit einer ausführlichen Einordnung, die mir wichtiger ist als die Empfehlung selbst.
Artemisia annua ist vor allem für einen einzigen, gut belegten medizinischen Zusammenhang bekannt: Aus der Pflanze wurde der Wirkstoff Artemisinin isoliert, für dessen Entdeckung Tu Youyou 2015 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Als gereinigter, standardisiert dosierter Arzneistoff ist Artemisinin heute Bestandteil der weltweiten Standardtherapie bei unkomplizierter Malaria (sogenannte Artemisinin-basierte Kombinationstherapien, ACT).17 Entscheidend ist dabei: Diese belegte Wirksamkeit betrifft ausschließlich den isolierten, pharmazeutisch standardisierten Wirkstoff bei Malaria – nicht die Rohpflanze, nicht den Tee, und nicht die Anwendung bei Atemwegsinfekten.
Genau deshalb ist mir ein Hinweis besonders wichtig, den ich für sehr aussagekräftig halte: Selbst für Malaria – also die einzige Indikation, für die Artemisinin überhaupt zugelassen ist – rät die Weltgesundheitsorganisation WHO ausdrücklich von der Anwendung nicht-pharmazeutischer Artemisia-Zubereitungen ab, also von Tee, Tabletten oder Kapseln mit getrocknetem Pflanzenmaterial.18 Die Begründung: Der Artemisinin-Gehalt in Pflanzenmaterial schwankt stark und ist meist zu niedrig dosiert, um zuverlässig zu wirken – und eine unterdosierte Einnahme kann nach Einschätzung der WHO sogar die Entwicklung von Resistenzen gegen die eigentlich wirksamen Malariamedikamente begünstigen.
Für den Einsatz von Artemisia annua bei Atemwegsinfekten oder zur allgemeinen „Immunstärkung" gibt es nach meiner Recherche keine kontrollierte klinische Studie am Menschen. Ich sage das ganz offen, weil ich hier keine falschen Erwartungen wecken möchte: Wenn ich Beifuß erwähne – ich empfehle ihn als Tee –, beruht das ausschließlich auf traditioneller Anwendung und meiner persönlichen Erfahrung in der Praxis, nicht auf wissenschaftlichem Nachweis. Die Evidenzlage ist dünn, und ob jemand diesen Baustein für sich nutzen möchte, muss er selbst entscheiden.
Dazu gehört auch ein rechtlicher Hinweis, den ich transparent nenne: Getrockneter Artemisia-annua-Tee ist in der EU nicht als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) zugelassen.19 Ich verstehe diesen Baustein daher als optionale, mit Bedacht und in Eigenverantwortung einzusetzende Ergänzung, nicht als tragende Säule.
Wie lange dauert das – und was ist realistisch?
Ich möchte hier keine falschen Erwartungen wecken. Aus meiner Erfahrung ist dieser Kombinations-Ansatz kein Zwei-Wochen-Programm. Die Bioresonanz-BASIS allein läuft über mehrere Monate, mit mindestens einer Woche Abstand zwischen den Sitzungen; wie lange eine spürbare Stabilisierung dauert, ist von Patient zu Patient unterschiedlich und lässt sich seriös nicht in einer pauschalen Zahl fassen. Manche Patienten berichten mir von einer allmählichen Besserung im Laufe der Behandlung, andere bemerken wenig Veränderung. Eine Garantie auf weniger Infekte kann und will ich nicht geben – das wäre unseriös.
Für wen dieser Ansatz sinnvoll sein kann – und für wen nicht
Dieser Beitrag richtet sich an erwachsene Patienten mit häufigen, aber nicht durch die oben genannten Warnzeichen gekennzeichneten Atemwegsinfekten. Er ersetzt keine kinderärztliche Beurteilung – Kinder mit häufigen Infekten gehören in pädiatrische, nicht in HNO-fachliche Betreuung.
Nicht geeignet ist mein Ansatz außerdem, wenn:
- eines der oben beschriebenen ESID-Warnzeichen zutrifft und eine immunologische Abklärung noch aussteht,
- eine akute bakterielle Infektion vorliegt, die eine Antibiotikatherapie erfordert – diese wird durch meinen Ansatz nicht ersetzt, sondern läuft unverändert parallel,
- eine schwerwiegende Grunderkrankung (zum Beispiel ein bekannter Immundefekt, eine Autoimmunerkrankung oder eine Krebserkrankung unter Therapie) besteht, die eine eigenständige fachärztliche Behandlung erfordert.
Was mein Ansatz nicht ersetzt
Auch hier möchte ich deutlich sein: Wenn Sie Fieber, starke Schmerzen, eitrigen Auswurf oder andere Zeichen einer behandlungsbedürftigen bakteriellen Infektion haben, gehört das schulmedizinisch – bei Bedarf mit Antibiotika – behandelt. Meine vier Bausteine sind eine ergänzende, keine ersetzende Maßnahme. Eine bestehende Grunderkrankung, die die Infektanfälligkeit erklärt (zum Beispiel ein bislang unbekannter primärer Immundefekt, ein schlecht eingestellter Diabetes oder eine Immunsuppression), muss vorrangig fachärztlich behandelt werden.
Kein neues Praxisangebot, sondern meine persönliche Kombination
Zur Einordnung noch ein letzter Punkt, der mir wichtig ist: Dieser Beitrag beschreibt keinen neuen Leistungsschwerpunkt meiner Praxis. Die Bioresonanztherapie biete ich seit 2002 an, unverändert als das, was sie auch auf meiner Leistungsseite Bioresonanztherapie (BICOM) beschrieben ist. Was ich hier zusätzlich teile, ist meine persönliche Erfahrung, wie ich diese Therapie bei Patienten mit häufigen Infekten mit weiteren, teils gut, teils schwach belegten Bausteinen kombiniere – als Gesprächsangebot, nicht als Paketpreis.
Wenn Sie selbst das Gefühl haben, häufiger krank zu sein, als Ihnen lieb ist, sprechen Sie mich gerne in der Sprechstunde an. Wir schauen uns gemeinsam an, ob eine der oben genannten Warnzeichen zutrifft – und falls nicht, besprechen wir in Ruhe, welche der vier Bausteine für Sie individuell sinnvoll sein könnten.
Häufige Fragen
Ab wann sind häufige Infekte ein Zeichen für einen Immundefekt?
Das ist die Gretchenfrage. Erwachsene erkälten sich regelmäßig – das ist normal. Ein Alarm sollte erst dann losgehen, wenn Sie eines der ESID-Warnzeichen erfüllen: zum Beispiel vier oder mehr antibiotikapflichtige Infektionen pro Jahr, zwei oder mehr schwere bakterielle Infektionen, oder zwei oder mehr radiologisch gesicherte Lungenentzündungen in drei Jahren. Wenn Sie solche Kriterien erfüllen, gehört eine immunologische Abklärung zu einem Facharzt (meist Immunologe), nicht in den komplementären Ansatz.
Helfen Vitamine und Minerale (Vitamin D, Zink, Vitamin C) wirklich gegen häufige Infekte?
Die ehrliche Antwort: teils ja, teils nein, teils unklar. Vitamin D senkt das Infektrisiko vor allem bei ausgeprägtem Mangel, wenn regelmäßig (nicht hochdosiert) ergänzt wird. Vitamin C hat bei bereits bestehenden Erkältungen einen kleinen Effekt auf Dauer und Schwere, schützt aber nicht prophylaktisch. Bei Zink ist die Datenlage bis heute nicht eindeutig. Deshalb berate ich: erst bestimmen lassen, dann sinnvoll ergänzen – nicht blind supplementieren.
Kann ich diesen Behandlungsansatz statt Antibiotika nutzen, wenn ich eine akute Infektion habe?
Nein. Wenn Sie eine Sinusitis, Mittelohrentzündung oder Bronchitis haben, die eine Antibiotikatherapie erfordert, gehört die Schulmedizin hin. Mein Konzept ist eine ergänzende, langfristig orientierten Maßnahme, um die Infektanfälligkeit insgesamt zu stabilisieren – nicht ein Ersatz für Antibiotika im Akutfall.
Wie lange dauert es, bis ich spüre, dass es mir besser geht?
Das ist individuell sehr unterschiedlich. Die Bioresonanz-BASIS dauert mehrere Monate (mindestens eine Woche Abstand zwischen Sitzungen). Manche Patienten berichten mir von einer allmählichen Besserung im Laufe der Behandlung, andere bemerken wenig Veränderung. Eine pauschale Zusage kann und will ich nicht machen – das wäre unseriös. Die Bioresonanz-BASIS allein läuft über mehrere Monate; ob und wann sich eine Besserung einstellt, ist individuell und lässt sich nicht vorab beziffern.
Ist die Bioresonanztherapie schulmedizinisch anerkannt?
Nein. Sie ist ein Verfahren der Erfahrungsheilkunde, randomisierte, placebokontrollierte Studien zu ihrer Wirksamkeit fehlen, und die gesetzlichen Krankenkassen erstatten sie nicht. Ich biete sie seit 2002 an, weil ich in meiner täglichen Praxis den Eindruck gewinne, dass sie für einen Teil meiner Patienten eine sinnvolle ergänzende Option sein kann – nicht, weil sie wissenschaftlich bewiesen ist.
Sind Cistus incanus und Artemisia annua zugelassene Medikamente?
Nein. Cistus incanus wird traditionell als Tee verwendet, für Artemisia annua (einjähriger Beifuß) gibt es keine klinischen Studien bei Atemwegsinfekten. Beide sind Verfahren der Erfahrungsheilkunde. Ich erwähne sie hier, weil sie Teil meiner persönlichen Praxis sind – mit voller Transparenz über ihre Evidenzlage, nicht als Heilmittel, sondern als bewährte Ergänzungen, deren Effekt ich in meiner langjährigen Praxiserfahrung für sinnvoll halte.
Hinweis: Dieser Beitrag beschreibt mein persönliches Behandlungskonzept, das auf ärztlicher Erfahrung beruht. Er ersetzt keine schulmedizinische Diagnostik und keine indizierte Antibiotikatherapie. Die Bioresonanztherapie ist ein Verfahren der Erfahrungsheilkunde und schulmedizinisch nicht anerkannt. Für Cistus incanus und Artemisia annua bestehen keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Wirkaussagen; ihre Erwähnung beruht auf traditioneller Anwendung und persönlicher Erfahrung, nicht auf wissenschaftlichem Wirksamkeitsnachweis.
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World Health Organization, Global Malaria Programme. „The use of non-pharmaceutical forms of Artemisia." Positionspapier, 10. Oktober 2019. ↩︎
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