Riechstörungen (Anosmie, Hyposmie): Ursachen, Diagnose und Riechtraining in Saarlouis

Riechstörungen nach Corona, Sinusitis oder Infekt: Diagnose mit Sniffin' Sticks, das Hummel-Riechtraining und wann Sie zum HNO-Arzt gehen sollten.
Vier Riechgläschen mit Rose, Zitrone, Eukalyptus und Nelke für das Hummel-Riechtraining — HNO-Praxis Dr. Dewes Saarlouis
Inhaltsverzeichnis

Plötzlich schmeckt der Morgenkaffee nach nichts. Der Frühlingsgarten riecht nicht mehr nach Flieder. Der Warngeruch von angebranntem Essen bleibt aus. Riechstörungen klingen nach einem Randproblem, bis man selbst betroffen ist. Dann merkt man schnell, wie sehr der Geruchssinn zum Alltag und zum Genuss gehört und wie viel er zur eigenen Sicherheit beiträgt.

Seit der Corona-Pandemie ist das Thema im Bewusstsein vieler Menschen angekommen. Riechstörungen gibt es aber auch ganz unabhängig von COVID-19, etwa als Folge von Erkältungen, chronischen Nasenentzündungen, Unfällen oder degenerativen Erkrankungen. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa 5 % der Bevölkerung von vollständigem Riechverlust betroffen, und weitere 15–25 % haben eine eingeschränkte Riechfunktion.1 Hinter diesen Zahlen stehen viele Patienten, die in meiner Praxis in Saarlouis sagen: „Ich rieche seit Wochen fast gar nichts mehr."

Im Folgenden erkläre ich, was Riechstörungen sind, welche Ursachen dahinterstecken und wie wir sie untersuchen. Außerdem geht es darum, warum das sogenannte Hummel-Riechtraining heute die einzige Therapie ist, für die belastbare Studiendaten vorliegen.


Was sind Riechstörungen? Grundlagen

Der Geruchssinn ist ein sehr altes Sinnessystem. Duftstoffmoleküle aus der Atemluft binden an Rezeptoren in der Riechschleimhaut tief in der Nase. Von dort leitet der Riechnerv (Nervus olfactorius) die Signale direkt in das limbische System, also in den Hirnbereich, der für Gefühle und Gedächtnis zuständig ist. Kein anderer Sinn ist dort so unmittelbar angebunden.

Ist irgendwo in dieser Kette etwas gestört, in der Nase selbst, im Riechnerv oder im Gehirn, entstehen Riechstörungen. Die Medizin unterscheidet mehrere Formen.

Hyposmie, Anosmie, Parosmie: Was ist der Unterschied?

Die deutsche Leitlinie teilt Riechstörungen in zwei Gruppen ein.2 Bei den quantitativen Störungen ist die Riechleistung zu schwach. Wer Gerüche vermindert wahrnimmt, hat eine Hyposmie. Wer im Alltag praktisch nichts mehr riecht, hat eine Anosmie, auch wenn gelegentlich noch ein schwacher Duft durchkommt. Bei den qualitativen Störungen ist die Wahrnehmung verfälscht. Riecht eine vorhandene Duftquelle anders als gewohnt, spricht man von Parosmie. Nimmt man Gerüche wahr, obwohl keine Quelle da ist, heißt das Phantosmie.

Beide Gruppen können zusammen auftreten. Nach einem Virusinfekt ist der Geruchssinn oft geschwächt, und nicht selten riecht das, was noch ankommt, zusätzlich verändert.2 Die Ursachen einer Hyposmie sind dieselben wie bei allen Riechstörungen, am häufigsten liegt es an der Nase und den Nebenhöhlen (mehr dazu weiter unten). Eine Parosmie entsteht dagegen vor allem nach Virusinfekten und nach Kopfverletzungen. Sie beginnt oft erst Wochen bis Monate nach der Schädigung und bildet sich typischerweise über Monate bis Jahre weitgehend zurück.2 Ob eine Hyposmie oder schon eine Anosmie vorliegt, lässt sich mit einem Riechtest messen.

Anosmie — vollständiger Riechverlust

Wer gar nichts mehr riecht, hat eine Anosmie, im Alltag spricht man einfach vom Geruchsverlust. Das kann plötzlich eintreten (etwa nach einer Virusinfektion) oder sich schleichend entwickeln. Anosmie ist die schwerwiegendste Form und geht häufig mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität einher.

Hyposmie — verminderte Riechfähigkeit

Deutlich häufiger als die vollständige Anosmie ist die Hyposmie. Man riecht noch, aber schwächer und unvollständig. Viele Betroffene bemerken die Hyposmie erst, wenn Außenstehende auf einen Geruch aufmerksam machen, den sie selbst nicht wahrnehmen.

Parosmie — der Geruchssinn lügt

Bei der Parosmie ist der Geruchssinn verzerrt. Vertraute Düfte riechen plötzlich fremd oder unangenehm. Kaffee riecht nach Benzin, Speisen riechen faulig, obwohl sie frisch sind. Parosmie tritt besonders häufig in der Erholungsphase nach postinfektiösen Riechstörungen auf, auch nach COVID-19, und ist für Betroffene oft besonders belastend.

Phantosmie — Gerüche ohne Quelle

Noch seltener ist die Phantosmie, bei der Gerüche wahrgenommen werden, die gar nicht vorhanden sind. Diese Form sollte auch neurologisch abgeklärt werden.


Wie häufig sind Riechstörungen?

Riechstörungen sind keine Seltenheit, auch wenn sie im öffentlichen Gespräch lange wenig Aufmerksamkeit bekamen. Epidemiologische Daten aus Deutschland zeigen, dass etwa 5 % der Bevölkerung unter Anosmie leiden und 15–25 % eine geminderte Riechfunktion aufweisen.1 Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich. Normwertdaten der Sniffin’-Sticks-Testung an über 9.000 Probanden belegen eine ausgeprägte altersabhängige Abnahme der Riechleistung, besonders ab dem 60. Lebensjahr.3

COVID-19 hat das Bild verändert. Für viele Patienten war der plötzliche Riechverlust das erste Symptom einer Corona-Infektion, und bei einem Teil blieb er. Zahlen aus europäischen Zentren zeigen, dass nach 6 Monaten noch knapp ein Viertel der initial betroffenen COVID-Patienten messbare Riechstörungen hatte; nach 24 Monaten lagen noch bei 2,9 % objektivierbare Befunde vor, während knapp 30 % subjektiv noch Beschwerden schilderten.4


Anosmie und Geruchsverlust: die häufigsten Ursachen

Die AWMF-Leitlinie Riech- und Schmeckstörungen2 sowie die Übersichtsliteratur gliedern die Ursachen in mehrere Hauptgruppen.

Am häufigsten steckt hinter einem Geruchsverlust die Nase selbst. Unter Patienten, die in deutschen HNO-Kliniken wegen einer Riechstörung behandelt wurden, hatten fast drei Viertel eine Erkrankung der Nase oder der Nebenhöhlen. An dritter Stelle folgten Riechstörungen nach einem Virusinfekt.2 Ob der Geruch nach einer Erkältung plötzlich weg war oder über Monate nachgelassen hat, hilft deshalb schon bei der Einordnung.

Sinunasale Ursachen — wenn die Nase blockiert

Die häufigste Ursache überhaupt sind Erkrankungen der Nase und Nasennebenhöhlen, die den Luftstrom zur Riechschleimhaut unterbrechen oder die Schleimhaut selbst belasten.

  • Bei einer chronischen Sinusitis mit oder ohne Nasenpolypen verlegen entzündete, geschwollene oder polypöse Schleimhäute den Riechspalt im oberen Nasenbereich. Riechminderung ist hier ein typisches Begleitsymptom. Mehr zu den Hintergründen lesen Sie in unserem Artikel zur chronischen Sinusitis. Wie Nasenpolypen behandelt werden, steht im Beitrag Nasenpolypen: Ursachen, Beschwerden und Behandlung.
  • Eine stark verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation) kann den Luftstrom zur Riechschleimhaut mechanisch behindern.
  • Bei allergischer Rhinitis (Heuschnupfen) beeinträchtigen Schleimhautschwellungen den Geruchssinn saisonal oder dauerhaft. Eine konsequente Allergietherapie, auch eine Hyposensibilisierung, kann den Geruchssinn oft deutlich verbessern.

Sinunasale Riechstörungen sind in der Regel behandelbar. Wenn die Ursache mit Kortikosteroid-Sprays, einer Allergietherapie oder, wenn nötig, einer Operation behoben wird, erholt sich die Riechfunktion in vielen Fällen.

Postinfektiöse Riechstörungen — nach Erkältung und COVID-19

Viren der oberen Atemwege können die Riechschleimhaut direkt schädigen. Das war schon vor der Pandemie bekannt. Grippe (Influenza), Erkältungsviren und andere Erreger hinterließen gelegentlich eine bleibende Riechminderung. Mit SARS-CoV-2 hat das Problem eine neue Größenordnung erreicht.

COVID-19 trifft den Geruchssinn besonders hart. Transkriptomanalysen zeigen, dass die Eintrittsgene von SARS-CoV-2 (ACE2 und TMPRSS2) nicht in den olfaktorischen Rezeptorneuronen selbst sitzen, sondern in den Stützzellen (Sustentakularzellen) und Stammzellen des Riechepithels.5 Das erklärt den raschen Riechverlust. Angegriffen werden die Zellen, die die Nervenzellen stützen und versorgen, und dadurch verliert das Riechepithel seinen normalen Aufbau und seine Funktion.

Bei den meisten Betroffenen regeneriert sich das Riechepithel wieder. Bei einem Teil dauert das allerdings sehr lange, und bei manchen bleibt eine dauerhafte Einschränkung.

Traumatische Riechstörungen — nach Kopfverletzungen

Schädel-Hirn-Traumata, besonders mit okzipitaler Krafteinwirkung (Sturz auf den Hinterkopf), können den Riechnerv am Durchtritt durch die Schädelbasis abreißen. Diese Form der Riechstörung setzt oft verzögert ein und hat eine vergleichsweise ungünstige Spontanprognose.

Neurodegenerative Erkrankungen — ein unterschätztes Frühzeichen

Riechstörungen können ein frühes Warnsignal für neurodegenerative Erkrankungen sein. Bei Morbus Parkinson sind Riechstörungen in bis zu 90 % der Fälle nachweisbar, und sie treten häufig Jahre bis Jahrzehnte vor den motorischen Symptomen auf.6 Ähnliches gilt für die Alzheimer-Demenz.1 Ein neues, unerklärtes Riechdefizit bei älteren Menschen sollte daher neurologisch mitbedacht werden.

Toxische Ursachen — Rauchen und Umweltgifte

Chronisches Rauchen schädigt die Riechschleimhaut messbar. Auch Berufsexpositionen gegenüber Lösungsmitteln, Schwermetallen oder anderen Chemikalien können zu Riechverlust führen. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt bei entsprechender Berufsanamnese eine arbeitsmedizinische Mitbeurteilung.2

Idiopathische Riechstörungen

Ein Teil der Riechstörungen, nach manchen Schätzungen etwa 6 %, lässt sich auch nach gründlicher Untersuchung keiner eindeutigen Ursache zuordnen.1 Hier spricht man von idiopathischer Riechstörung. Auch in diesen Fällen ist ein Therapieversuch mit Riechtraining gerechtfertigt.

Medikamentennebenwirkungen

Bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung die Riechfunktion beeinträchtigen, darunter manche Antihypertensiva, Cholesterin-Senker und Chemotherapeutika. Ein genauer Blick auf die Medikamentenliste lohnt sich, am besten zusammen mit dem Arzt, der die Mittel verordnet hat.


Diagnose: Wie wird eine Riechstörung untersucht?

Eine Riechstörung lässt sich nicht mit ein paar Fragen nebenbei klären. Erst die Untersuchung zeigt, welche Therapie passt, und sie hilft, keine ernste Grunderkrankung zu übersehen. In meiner Praxis in Saarlouis läuft das in mehreren Schritten ab.

Anamnese — die Vorgeschichte zählt

Am Anfang steht das Gespräch. Ich frage, wann die Störung begonnen hat, ob plötzlich oder schleichend, und ob Sie gar nichts mehr oder nur weniger riechen. Wichtig ist auch, ob vorher ein Infekt, eine Verletzung oder eine Allergie im Spiel war, welche Medikamente Sie nehmen und ob Sie bestimmte Dinge verzerrt oder unangenehm riechen. Diese Details sind entscheidend für die Einordnung.

Nasenendoskopie

Mit einem dünnen, flexiblen oder starren Endoskop lässt sich die Nasenschleimhaut, der Nasenrachen und besonders der Riechspalt im oberen Nasenbereich direkt beurteilen. Polypen, starke Schleimhautschwellungen oder anatomische Engstellen sind so direkt sichtbar.

Olfaktometrie mit Sniffin’ Sticks

Die psychophysische Riechprüfung ist der Goldstandard der klinischen Olfaktologie.2 In Deutschland werden dafür meist die Sniffin’ Sticks verwendet, stiftförmige Geruchsspender, die die Forschungsgruppe um Thomas Hummel in Dresden entwickelt hat.7 Sie messen drei Werte.

  • Schwelle (Threshold): Ab welcher Konzentration wird ein Geruch wahrgenommen?
  • Diskrimination (Discrimination): Können zwei ähnliche Gerüche unterschieden werden?
  • Identifikation (Identification): Können bekannte Alltagsgerüche benannt werden?

Aus den drei Werten ergibt sich der TDI-Score. Normwerte wurden an über 9.000 Probanden erhoben.83 Liegt der TDI-Score unterhalb definierter Grenzwerte, ist eine Hyposmie oder Anosmie objektiviert.

Bildgebung — wann CT oder MRT sinnvoll sind

Bei Verdacht auf sinunasale Ursachen (Polypen, Sinusitis) liefert ein CT der Nasennebenhöhlen die entscheidenden anatomischen Informationen. Kommt eine zentrale oder neurologische Ursache in Frage, etwa nach einer Verletzung, bei einer neurodegenerativen Erkrankung oder bei Tumorverdacht, ist ein MRT mit Darstellung des Bulbus olfactorius und der Riechbahn indiziert.

Blutbild und Labordiagnostik

Systemische Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen, Vitaminmangel (insbesondere Vitamin B12, Zink) oder endokrine Veränderungen können die Riechfunktion beeinflussen. Bei klinischem Verdacht gehört eine Laboruntersuchung zur Basisdiagnostik.


Therapie: Was hilft wirklich?

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei sinunasalen Riechstörungen steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, mit entzündungshemmenden Mitteln, einer Allergiebehandlung oder einer Operation. Schwieriger wird es, wenn die Störung nach einem Infekt, nach einer Verletzung oder ohne erkennbare Ursache entstanden ist.

Das Hummel-Riechtraining — die Erstlinientherapie mit der stärksten Evidenz

Das Riechtraining ist heute die am besten belegte Therapie für postinfektiöse und andere nicht-sinunasale Riechstörungen. Die Idee geht auf eine Originalarbeit von Thomas Hummel und Kollegen aus dem Jahr 2009 zurück.9 Das Gehirn ist formbar. Durch wiederholtes, aufmerksames Riechen lassen sich die olfaktorischen Neuronenpopulationen und Verarbeitungswege des Gehirns stimulieren und möglicherweise regenerieren.

Die Studienlage ist solide.

  • In einer randomisierten, kontrollierten Multicenter-Studie an 144 Patienten mit postinfektiöser Riechstörung zeigte hochkonzentriertes Riechtraining nach 18 Wochen eine klinisch relevante Verbesserung bei 26 % der Trainierenden, verglichen mit 15 % in der niedrig dosierten Vergleichsgruppe.10
  • Eine Meta-Analyse von Sorokowska und Kollegen bestätigte einen statistisch signifikanten Effekt auf den TDI-Score; längere Trainingsdauer und mehr verschiedene Duftstoffe waren tendenziell vorteilhafter.11
  • Speziell für COVID-19-bedingte Riechstörungen zeigte eine systematische Übersichtsarbeit und Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 einen signifikanten Behandlungseffekt (SMD = 1,08, 95%-KI 0,64–1,52), sowohl in der akuten als auch in der chronischen Phase.12

Die Fachempfehlung der DGHNO-Arbeitsgruppe Olfaktologie/Gustologie benennt das Riechtraining als einzige Therapie mit überzeugender Evidenz bei Post-COVID-Riechstörungen.13 Auch die AWMF-Leitlinie empfiehlt es als Erstlinienmaßnahme.2

Eine schnelle Lösung ist das Riechtraining allerdings nicht. Ein erheblicher Teil der Patienten verbessert sich, aber nicht alle, und die Verbesserungen kommen langsam, oft über Monate.

Kortikosteroide — sinnvoll bei sinunasaler Ursache

Lokale (topische) Kortikosteroid-Sprays sind bei allergischer oder entzündlich bedingter Riechstörung das Mittel der Wahl und sehr gut belegt. Sie reduzieren die Schleimhautschwellung und geben dem Riechspalt Raum.

Systemisches Kortison ist bei postinfektiöser Riechstörung und bei Post-COVID nach aktuellem Kenntnisstand nicht empfohlen.1413 Der mögliche kurzfristige Effekt steht in keinem günstigen Verhältnis zu den Risiken einer systemischen Kortison-Gabe.

Vitamin A — ein ergänzender Ansatz

Intranasales Vitamin A (10.000 IE/Tag über 8 Wochen) zeigte in einer Studie in Kombination mit Riechtraining eine klinisch relevante Verbesserung bei 37 % der Patienten mit postinfektiöser Riechstörung, verglichen mit 23 % beim Riechtraining allein (p = 0,03).15 Die Studie hatte methodische Einschränkungen (keine echte Randomisierung), und Vitamin A kommt allenfalls zusätzlich zum Riechtraining in Frage, als Ersatz taugt es nicht.

Behandlung der Grunderkrankung

Bei allergischer Rhinitis, einer sehr häufigen Ursache für Riechminderung, ist die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) ein kausaler Ansatz. Wenn die Allergie dauerhaft besser kontrolliert wird, verbessert sich in der Regel auch die Riechfunktion. Mehr dazu in unserem Artikel zur Hyposensibilisierung.

Operation bei struktureller Obstruktion

Wenn Nasenpolypen oder anatomische Engstellen den Zugang zur Riechschleimhaut verlegen, kann eine funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlen-Operation (FESS) die Voraussetzungen für die Riechfunktion verbessern. Die Operation hebt die Riechstörung nicht in jedem Fall auf. Sie beseitigt aber ein mechanisches Hindernis, an dem sonst jede andere Therapie scheitern würde.


Spezial: Post-COVID-Riechstörungen

Post-COVID-Riechstörungen haben eine besondere Stellung, weil sie so häufig sind und im Verlauf einige Besonderheiten zeigen.

Warum trifft COVID-19 den Geruchssinn so hart?

Der Mechanismus unterscheidet sich von anderen Virusinfektionen. SARS-CoV-2 befällt vor allem die Stützzellen des Riechepithels und kaum die Riechnervenzellen selbst.5 Dadurch kollabiert das gesamte Stützgerüst der Riechschleimhaut, was zu einem raschen, oft kompletten Riechverlust führt, häufig ohne die verstopfte Nase, die bei einer klassischen Erkältung den Riechverlust erklären würde. Daran lässt sich die COVID-Anosmie oft schon erkennen.

Kurz oder lang? Wann wird es chronisch?

Die meisten COVID-bedingten Riechstörungen erholen sich spontan innerhalb von Wochen bis Monaten. Eine prospektive Multicenter-Studie zeigte, dass sich die Prävalenz objektivierter Riechstörungen von 24,2 % nach 6 Monaten auf 2,9 % nach 24 Monaten reduzierte.4 Subjektiv berichten allerdings auch nach zwei Jahren noch knapp 30 % der ursprünglich Betroffenen über Beschwerden. Messwert und eigenes Erleben gehen hier offenbar auseinander.

Risikofaktoren für einen anhaltenden Verlauf sind höheres Alter und ein initial stärkerer Riechverlust. Frühzeitiges Riechtraining ist sinnvoll, weil die Phase der Epithelregeneration wahrscheinlich das ideale Zeitfenster für olfaktorisches Lernen ist.

Parosmie und Phantosmie nach COVID

Viele Post-COVID-Patienten schildern nach einer Phase der Anosmie eine quälende Parosmie, bei der Dinge, die früher gut rochen, nun ekelhaft riechen. Auch das ist ein Zeichen von Regeneration, wenn auch einer fehlgeleiteten. Die Riechnervenfasern wachsen nach, finden aber zunächst nicht ihre korrekten Verbindungen im Gehirn. Parosmie kann sich über Monate hinziehen, verbessert sich mit der Zeit aber in der Regel.


Riechtraining: Schritt für Schritt — das Hummel-Protokoll

Das Protokoll ist einfach. Schwierig ist eher, über Monate dabeizubleiben.

Die vier Duftstoffe

Das klassische Protokoll nach Hummel verwendet vier Gerüche aus unterschiedlichen Klassen.9

  • Rose (Phenylethylalkohol), blumig
  • Zitrone (Citronellal), fruchtig-zitrusartig
  • Eukalyptus (Eucalyptol), harzig-würzig
  • Gewürznelke (Eugenol), warm-würzig

Weil sie aus unterschiedlichen Geruchsklassen stammen, sprechen sie möglichst viele verschiedene Riechrezeptoren an. Es gibt sie als fertige Riechtraining-Sets im Handel, man kann sie aber auch mit ätherischen Ölen und kleinen Glasfläschchen selbst herstellen.

Das Protokoll

  1. Häufigkeit: zweimal täglich, morgens und abends.
  2. Dauer je Duft: ca. 30 Sekunden pro Fläschchen, mit kurzen Pausen dazwischen.
  3. Technik: Halten Sie das Fläschchen unter die Nase und nehmen Sie kurze, ruhige Atemzüge durch die Nase. Konzentrieren Sie sich dabei auf den Geruch und rufen Sie sich die Erinnerungen oder Bilder ins Gedächtnis, die dazugehören. Schnüffeln Sie nicht kräftig, das verzerrt die Wahrnehmung.
  4. Gesamtdauer: mindestens 12 Wochen, besser 3–6 Monate. In manchen Fällen ist eine Fortsetzung bis zu 12 Monaten sinnvoll.

Düfte wechseln — ein wichtiger Schritt

Nach 3–4 Monaten empfiehlt es sich, die Duftstoffe zu wechseln. Eine Studie mit einem erweiterten Protokoll (Rotation durch verschiedene Duftsets alle 12 Wochen) zeigte bessere Ergebnisse bei Diskrimination und Identifikation als das klassische Viererset über die gesamte Zeit.16 Mögliche neue Düfte für die zweite Phase: Menthol, Thymian, Mandarine, Jasmin oder Rosmarin.

Woran erkenne ich Fortschritte?

Riechtraining beginnt wenig spektakulär. Oft nimmt man einen Duft zuerst nur wahr, wenn das Fläschchen direkt unter der Nase ist. Oder einzelne Alltagsgerüche kehren zurück, das Waschmittel etwa oder der Geruch von Regen. Manche Patienten führen ein einfaches Tagebuch, in dem sie täglich festhalten, ob und wie intensiv sie etwas gerochen haben. Das hilft, über Wochen und Monate Fortschritte zu erkennen, die im Alltag zu leicht übersehen werden.

Häufige Fehler

  • Unregelmäßig trainieren: Das Riechtraining wirkt durch Wiederholung. Drei Tage trainieren, dann eine Woche aussetzen, funktioniert nicht.
  • Zu hohe Erwartungen nach zwei Wochen: Erste messbare Verbesserungen zeigen sich typischerweise nach 6–12 Wochen.
  • Schlechte Duftqualität: Abgelaufene oder schlecht gelagerte ätherische Öle verlieren ihre Konzentration. Flaschen dunkel und kühl lagern.
  • Kein Arztbesuch davor: Das Riechtraining ist sinnvoll, ersetzt aber keine Diagnose. Wer einfach lostrainiert, ohne die Ursache zu kennen, könnte eine behandelbare Grunderkrankung übersehen.

Prognose: Kommt der Geruchssinn zurück?

Das hängt von der Ursache ab und davon, wann die Behandlung beginnt.

Bei postinfektiösen Riechstörungen (einschließlich Post-COVID) zeigte eine retrospektive Studie an 791 Patienten, dass 46 % der Patienten mit postinfektiöser Anosmie und 35 % der Hyposmiker eine klinisch relevante Verbesserung erreichten.17 Jüngeres Alter und eine weniger schwere Ausgangsbeeinträchtigung waren die stärksten Prädiktoren für eine gute Erholung. Post-COVID-Riechstörungen erholen sich bei der Mehrheit der Betroffenen innerhalb von Monaten, ein kleiner Prozentsatz bleibt aber dauerhaft eingeschränkt.

Bei sinunasalen Ursachen ist die Prognose in der Regel gut, wenn die Grunderkrankung konsequent behandelt wird.

Nach Verletzungen (traumatische Ursachen) sieht es schlechter aus als nach Infekten. Bei Abriss der Riechfasern an der Schädelbasis ist eine vollständige Erholung selten.

Bei neurodegenerativen Erkrankungen steht die Grunderkrankung im Vordergrund. Riechtraining ist ergänzend möglich, man sollte sich davon aber nicht zu viel erwarten.


Wann müssen Sie zum HNO-Arzt?

In manchen Situationen sollten Sie den Arztbesuch nicht aufschieben.

Sofort in die Praxis, wenn:

  • Riechverlust plötzlich und einseitig auftritt (das spricht gegen einen Infekt und eher für eine strukturelle oder neurologische Ursache)
  • Gleichzeitig neurologische Symptome auftreten: Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verwirrtheit, Bewusstseinsveränderungen
  • Riechverlust nach Kopfverletzung einsetzt
  • Riechverlust mit Nasenbluten kombiniert ist (Ausschluss einer raumfordernden Läsion)

Zeitnah, innerhalb von 4 Wochen, wenn:

  • Riechverlust nach einem Infekt nicht zurückkehrt
  • Riechminderung über mehrere Wochen anhält
  • Gerüche neu und ungewohnt verzerrt wahrgenommen werden (Parosmie)

Ein Riechtraining ohne vorangehende HNO-Untersuchung ist nicht ratsam, denn eine sinunasale Ursache lässt sich häufig gezielt behandeln. Mit dem Riechtraining bei einer unentdeckten Polyposis anzufangen, ist ein bisschen so, als würde man den Boden wischen, während der Wasserhahn noch läuft.


Riechstörungen in Saarlouis: Was ich in der Praxis anbiete

Als HNO-Arzt in Saarlouis sehe ich regelmäßig Patienten mit Riechstörungen, nach Infekten, nach COVID-19 oder mit einer allergischen Rhinitis oder chronischen Sinusitis im Hintergrund. Zur Diagnostik gehören ein ausführliches Gespräch, die Nasenendoskopie und bei Bedarf eine Riechprüfung mit Messwerten.

Zuerst geht es darum, die Ursache zu finden. Ob danach ein Kortison-Nasenspray, eine Allergietherapie, eine Überweisung zur Bildgebung oder ein Riechtraining sinnvoll ist, ergibt sich aus der Diagnose.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Riechstörung abgeklärt werden sollte, kommen Sie einfach vorbei. Oft bringt schon eine kurze Erstuntersuchung Klarheit.


Wenn Sie nach einem Infekt einen Riechverlust bemerken, die Nase dauerhaft verstopft ist oder Gerüche plötzlich verzerrt wirken, klären wir in der HNO-Praxis Dr. Dewes in Saarlouis die Ursache mit einer vollständigen HNO-Untersuchung und psychophysischer Riechtestung (Sniffin’ Sticks). Danach besprechen wir das weitere Vorgehen, vom strukturierten Riechtraining bis zur Behandlung der Grunderkrankung. Vereinbaren Sie Ihren Termin online unter drdewes.de/online-termine oder rufen Sie uns an: 06831 2055.


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Häufige Fragen

Was ist eine Hyposmie?
Bei einer Hyposmie nimmt man Gerüche schwächer wahr als üblich. Anders als bei der Anosmie ist der Geruchssinn noch vorhanden, aber im Alltag eingeschränkt. Häufige Ursachen sind Erkrankungen der Nase und Nebenhöhlen, etwa eine chronische Sinusitis oder Heuschnupfen, außerdem Virusinfekte. Mit zunehmendem Alter lässt die Riechleistung auch ohne Krankheit nach. Wie ausgeprägt eine Hyposmie ist, lässt sich mit einem Riechtest messen.
Was ist eine Parosmie?
Bei einer Parosmie riechen vorhandene Gerüche verändert, meist unangenehm. Kaffee kann dann etwa nach Benzin riechen, frische Speisen nach Fäulnis. Eine Parosmie tritt vor allem nach Virusinfekten, auch nach COVID-19, und nach Kopfverletzungen auf, oft erst Wochen bis Monate nach dem Riechverlust. Sie wird als Zeichen gewertet, dass sich das Riechsystem neu ordnet, und bildet sich typischerweise über Monate bis Jahre weitgehend zurück.
Kann mein Geruchssinn nach Jahren noch zurückkommen?
Grundsätzlich ja, allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Erholung mit der Dauer der Störung ab. Auch nach längerer Anosmie sind Verbesserungen durch Riechtraining dokumentiert. Entscheidend ist, ob das Riechepithel noch intakt ist und ob das Nervensystem noch Plastizität besitzt. Eine Erstuntersuchung beim HNO-Arzt klärt, ob ein Therapieversuch sinnvoll ist.
Ist Riechtraining auch bei älteren Riechstörungen sinnvoll — also nicht nur nach COVID?
Ja. Das Riechtraining wurde ursprünglich für postinfektiöse Riechstörungen aller Art entwickelt, lange vor COVID-19. Auch bei idiopathischer Ursache oder nach Schädel-Hirn-Trauma ist ein Versuch berechtigt. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist bei jüngeren Patienten und kürzerem Verlauf höher, aber es gibt keine Kontraindikation für einen Therapieversuch.
Wie lange dauert es, bis ich erste Verbesserungen bemerke?
Typischerweise sind erste Veränderungen nach 6–12 Wochen wahrnehmbar, oft zunächst nur eine leichte Intensivierung bestimmter Düfte. Messbare Verbesserungen im TDI-Score zeigen sich häufig erst nach 3–4 Monaten. Bis dahin braucht es vor allem Geduld und regelmäßiges Üben.
Schadet Riechtraining, wenn ich es zu früh oder falsch anwende?
Nein. Riechtraining ist gut verträglich und ungefährlich, und es gibt auch kein Zeitfenster, nach dem es zu spät wäre. Vor dem Beginn sollte allerdings eine HNO-Untersuchung stehen, um behandelbare Grundursachen nicht zu übersehen.
Muss ich spezielle Riechtraining-Sets kaufen?
Kommerzielle Sets sind praktisch und qualitätsgesichert, aber keine Pflicht. Man kann die vier Duftstoffe (Rose, Zitrone, Eukalyptus, Nelke) als ätherische Öle in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen und selbst in kleine Glasfläschchen abfüllen. Die Öle sollten ausreichend konzentriert sein, in Trägeröl verdünnte eignen sich weniger.
Hilft Riechtraining auch bei Parosmie?
Parosmie zeigt meist, dass sich das Riechsystem erholt. Riechtraining unterstützt diesen Regenerationsprozess und kann dazu beitragen, dass die fehlgeleiteten Verschaltungen sich korrigieren. Die Verbesserung braucht allerdings Monate. Einige Kliniken empfehlen ergänzend Expositionsübungen mit den Gerüchen, die die Parosmie auslösen, in sehr geringer Konzentration. Das sollte aber ärztlich begleitet werden.

  1. Hüttenbrink KB, Hummel T, Berg D, Gasser T, Hähner A. Riechstörungen: Häufig im Alter und wichtiges Frühsymptom neurodegenerativer Erkrankungen. Deutsches Ärzteblatt. 2013;110(1-2):1–7. DOI: 10.3238/arztebl.2013.0001 ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎

  2. Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie u. a. S2k-Leitlinie Riech- und Schmeckstörungen. AWMF-Registernummer 017-050, Version 5.1, August 2023. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/017-050 ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎ ↩︎

  3. Oleszkiewicz A, Schriever VA, Croy I, Hähner A, Hummel T. Updated Sniffin’ Sticks normative data based on an extended sample of 9,139 subjects. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2019;276(3):719–728. DOI: 10.1007/s00405-018-5248-1 ↩︎ ↩︎

  4. Lechien JR, Vaira LA, Saussez S. Prevalence and 24-month recovery of olfactory dysfunction in COVID-19 patients: A multicentre prospective study. J Intern Med. 2023;293(1):82–90. DOI: 10.1111/joim.13564 ↩︎ ↩︎

  5. Brann DH, Tsukahara T et al. Non-neuronal expression of SARS-CoV-2 entry genes in the olfactory system suggests mechanisms underlying COVID-19-associated anosmia. Science Advances. 2020;6(31):eabc5801. DOI: 10.1126/sciadv.abc5801 ↩︎ ↩︎

  6. Doty RL. Olfactory dysfunction in Parkinson disease. Nat Rev Neurol. 2012;8(6):329–339. DOI: 10.1038/nrneurol.2012.80 ↩︎

  7. Kobal G, Hummel T, Sekinger B, Barz S, Roscher S, Wolf SR. “Sniffin’ Sticks”: Screening of olfactory performance. Rhinology. 1996;34(4):222–226. PMID: 9050101 ↩︎

  8. Hummel T, Kobal G, Gudziol H, Mackay-Sim A. Normative data for the “Sniffin’ Sticks” including tests of odor identification, odor discrimination, and olfactory thresholds. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2007;264(3):237–243. DOI: 10.1007/s00405-006-0173-0 ↩︎

  9. Hummel T, Rissom K, Reden J, Hähner A, Weidenbecher M, Hüttenbrink KB. Effects of olfactory training in patients with olfactory loss. Laryngoscope. 2009;119(3):496–499. DOI: 10.1002/lary.20101 ↩︎ ↩︎

  10. Damm M, Pikart LK, Reimann H et al. Olfactory training is helpful in postinfectious olfactory loss: a randomized, controlled, multicenter study. Laryngoscope. 2014;124(4):826–831. DOI: 10.1002/lary.24340 ↩︎

  11. Sorokowska A, Drechsler E, Karwowski M, Hummel T. Effects of olfactory training: a meta-analysis. Rhinology. 2017;55(1):17–26. DOI: 10.4193/Rhino16.195 ↩︎

  12. Hwang SH, Kim SW, Basurrah MA, Kim DH. The Efficacy of Olfactory Training as a Treatment for Olfactory Disorders Caused by Coronavirus Disease-2019: A Systematic Review and Meta-Analysis. Am J Rhinol Allergy. 2023;37(4):495–501. DOI: 10.1177/19458924221150977 ↩︎

  13. Hintschich CA, Wege-Lüssen A, Göktas Ö et al. Persistierende Riechminderung nach COVID-19 — Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft Olfaktologie und Gustologie der DGHNO-KHC. HNO. 2023;71(11):739–743. DOI: 10.1007/s00106-023-01368-w ↩︎ ↩︎

  14. Addison AB, Wong B, Ahmed T et al. Clinical Olfactory Working Group consensus statement on the treatment of postinfectious olfactory dysfunction. J Allergy Clin Immunol. 2021;147(5):1704–1719. DOI: 10.1016/j.jaci.2020.12.641 ↩︎

  15. Hummel T, Whitcroft KL, Rueter G, Haehner A. Intranasal vitamin A is beneficial in post-infectious olfactory loss. Eur Arch Otorhinolaryngol. 2017;274(7):2819–2825. DOI: 10.1007/s00405-017-4576-x ↩︎

  16. Altundag A, Cayonu M, Kayabasoglu G et al. Modified olfactory training in patients with postinfectious olfactory loss. Laryngoscope. 2015;125(8):1763–1766. DOI: 10.1002/lary.25245 ↩︎

  17. Cavazzana A, Larsson M, Münch M, Hähner A, Hummel T. Postinfectious olfactory loss: A retrospective study on 791 patients. Laryngoscope. 2018;128(1):10–15. DOI: 10.1002/lary.26606 ↩︎