Ein plötzliches Ohrgeräusch, nachlassendes Hörvermögen, Schwindel beim Aufstehen oder das Gefühl, der Boden schwanke — solche Symptome sind beunruhigend und schwer einzuordnen. Viele Patienten warten zu lange, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist eine frühzeitige Abklärung in vielen Fällen entscheidend.

Das Gleichgewichtssystem gehört zu den komplexesten Systemen des Körpers: Innenohr, Augen, Nervenbahnen und Gehirn arbeiten eng zusammen. Bereits kleine Störungen in diesem Zusammenspiel können dazu führen, dass das Gleichgewicht unsicher wird oder sich die Umgebung zu drehen scheint.

Typische Beschwerden

Hör- und Gleichgewichtsstörungen können sich sehr unterschiedlich äußern:

  • Drehschwindel oder Schwankschwindel
  • Unsicherheit beim Gehen oder Stehen
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Druckgefühl im Ohr
  • Hörminderung oder verzerrtes Hören
  • Übelkeit und vegetative Begleitsymptome

Die Symptome können einzeln oder kombiniert auftreten.

Häufige Erkrankungen

Gutartiger Lagerungsschwindel (BPLS)

Die häufigste Schwindelform überhaupt. Kleine Kristalle im Innenohr geraten aus ihrer normalen Position und lösen beim Lagewechsel kurze, intensive Drehschwindelattacken aus. Die gute Nachricht: Er lässt sich mit einem spezifischen Lagerungsmanöver oft in wenigen Minuten behandeln.

Ausführliche Informationen zum Lagerungsschwindel finden Sie auf unserer Spezialseite: www.lagerungsschwindel.com

Morbus Menière

Wiederkehrende Schwindelattacken, schwankende Hörminderung und Tinnitus — meist einseitig. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Als ein Therapieschwerpunkt setze ich seit 2005 die intratympanale Kortikoidtherapie ein.

Mehr dazu: Intratympanale Kortikoidtherapie

Neuritis vestibularis (Vestibularisausfall)

Plötzlicher einseitiger Ausfall des Gleichgewichtsorgans, häufig nach einem Virusinfekt. Starker Drehschwindel, Übelkeit, Gangunsicherheit — typischerweise ohne Hörverlust. Die Behandlung erfolgt medikamentös und durch gezielte Gleichgewichtsübungen.

Hörsturz

Plötzliche einseitige Hörminderung, oft begleitet von Tinnitus oder Druckgefühl im Ohr. Ein Hörsturz ist ein medizinischer Notfall — je früher behandelt wird, desto besser die Heilungschancen. Therapiemittel der Wahl sind Kortikosteroide, bei Bedarf auch intratympanal.

Altersbedingte Hörminderung (Presbyakusis)

Schleichend, zunächst in den hohen Frequenzen. Viele Betroffene bemerken es erst, wenn sie Gespräche in lauter Umgebung nicht mehr folgen können oder den Fernseher immer lauter drehen. Eine Hörmessung schafft Klarheit.

Tinnitus

Ohrgeräusche können viele Ursachen haben — von einer kurzfristigen Reizung bis hin zu einem chronischen Verlauf. Eine gründliche Diagnostik hilft, behandelbare Ursachen zu finden und die richtige Unterstützung zu organisieren.

Diagnostik

Audiometrie (Hördiagnostik)

Erfassung des Hörvermögens und Differenzierung zwischen verschiedenen Formen der Hörstörung (Schallleitungs- vs. Schallempfindungsstörung).

Videokopfimpulstest (vHIT)

Schnelle und präzise Überprüfung der Funktion der drei Bogengänge im Innenohr. Ermöglicht eine genaue Seitenlokalisation eines Vestibularisausfalls.

Kalorische Videonystagmographie (VNG)

Detaillierte Untersuchung des Gleichgewichtsorgans durch gezielte Reizung und Auswertung der reflektorischen Augenbewegungen. Gold-Standard in der Vestibularisdiagnostik.

Lagerungsprüfungen

Gezielte Testmanöver bei Verdacht auf gutartigen Lagerungsschwindel (BPLS) — zur Diagnose und unmittelbaren Therapie.

Wann sofort zum Arzt?

Bei plötzlichem Hörverlust oder erstmaligem starkem Schwindel sollten Sie nicht abwarten. Rufen Sie uns direkt an: 06831 2055


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