Die intratympanale Kortikoidtherapie ist ein modernes, minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Innenohrerkrankungen. In der HNO-Praxis Dr. Dewes ist sie seit 2005 ein etablierter Therapieschwerpunkt — mit langjähriger Erfahrung in Indikationsstellung und Durchführung.
Was ist die intratympanale Kortikoidtherapie?
Bei diesem Verfahren wird ein Kortikosteroid direkt durch das Trommelfell in das Mittelohr injiziert. Über das runde Fenster gelangt der Wirkstoff gezielt in das Innenohr. So werden dort deutlich höhere Wirkstoffkonzentrationen erreicht als bei einer Tabletten- oder Infusionstherapie — bei gleichzeitig geringer systemischer Belastung des gesamten Körpers.
Das macht das Verfahren besonders interessant für Patienten, bei denen eine systemische Kortisonbehandlung nicht möglich, nicht ausreichend wirksam oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zu empfehlen ist — beispielsweise bei Diabetes oder Bluthochdruck.
Wann wird die Therapie eingesetzt?
Hörsturz
Beim akuten Hörsturz zählt jede Stunde. Die intratympanale Kortikoidtherapie kann als primäre Behandlung eingesetzt werden oder wenn eine systemische Kortikoidtherapie nicht möglich oder nicht ausreichend wirksam war. Auch als Salvage-Therapie — bei ausbleibendem Ansprechen auf die Ersttherapie — ist sie ein etabliertes, leitliniengerechtes Verfahren.
Evidenz: Rauch SD et al., JAMA 2011; 305(20):2071-2079 (ISSNHL-Studie, intratympanale vs. orale Kortikosteroide). Mosnier I et al., Eur Arch Otorhinolaryngol 2004; S3-Leitlinie „Hörsturz", AWMF 017-010.
Morbus Menière
Bei Morbus Menière treten wiederkehrende Schwindelattacken, schwankende Hörminderung und Tinnitus auf. Die intratympanale Kortikoidtherapie kann zur Stabilisierung beitragen und stellt eine schonende Option dar, bevor über eingreifendere Therapien nachgedacht werden muss.
Chronischer Tinnitus
Bei chronischem Tinnitus mit Innenohr-Beteiligung kann die Therapie ergänzend sinnvoll sein — insbesondere wenn ein Zusammenhang mit einer Hörminderung oder einem vorangegangenen Hörsturz besteht.
Wie läuft die Behandlung ab?
Die Behandlung ist für die meisten Patienten gut verträglich und dauert nur wenige Minuten:
- Das Trommelfell wird lokal betäubt.
- Die Kortikoidlösung wird mit einer sehr feinen Nadel durch das Trommelfell in das Mittelohr injiziert.
- Nach der Injektion liegen Sie etwa 20 bis 30 Minuten ruhig, damit der Wirkstoff über das runde Fenster optimal ins Innenohr gelangen kann.
Je nach Krankheitsbild und Verlauf sind mehrere Sitzungen in kurzem Abstand erforderlich. Den individuellen Behandlungsplan besprechen wir ausführlich mit Ihnen.
Vorteile auf einen Blick
- Hohe Wirkstoffkonzentration direkt am Zielorgan (Innenohr)
- Geringe systemische Belastung
- Gute Option bei Kontraindikationen für systemisches Kortison
- Ambulanter Eingriff, keine Narkose, kein Krankenhausaufenthalt
- Langjährige Erfahrung seit 2005 in der Praxis Dr. Dewes
Kosten
Die intratympanale Kortikoidtherapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht regelhaft erstattet und ist in der Regel eine Privatleistung (IGeL). Für Privatpatienten erfolgt die Abrechnung über die GOÄ. Über die anfallenden Kosten informiere ich Sie vorab transparent.
