Frei durch die Nase atmen — das klingt banal. Wer es kann, denkt nicht darüber nach. Wer es nicht kann, denkt kaum an etwas anderes.

Eine dauerhaft verstopfte Nase, Schlaf, der nie wirklich erholt, das Gefühl, ständig durch Watte zu atmen — das sind Beschwerden, die schleichend, aber nachhaltig die Lebensqualität zermürben. Wenn dann noch ein Nasenspray hinzukommt, das irgendwann nicht mehr wegzudenken ist, ist es Zeit für eine echte Lösung.

Die Radiofrequenztherapie (RFITT) der unteren Nasenmuscheln ist ein Eingriff, den ich seit vielen Jahren regelmäßig durchführe — ambulant, in örtlicher Betäubung, ohne Tamponade, ohne Krankenhausaufenthalt. Es ist einer der Eingriffe, bei dem ich die Ergebnisse am direktesten erlebe: Patienten, die vorher seit Jahren nicht frei atmen konnten, berichten danach oft von einem grundlegend anderen Schlaf und einer spürbar höheren Lebensqualität.

Ob dieses Verfahren für Sie in Frage kommt, lässt sich nur nach einer individuellen ärztlichen Untersuchung beurteilen. Ein Behandlungsergebnis kann im Vorfeld nicht zugesichert werden.

Wenn die Nase dauerhaft verstopft ist

Viele Patienten berichten über eine eingeschränkte Nasenatmung — vor allem nachts, im Liegen oder unter körperlicher Belastung. Häufig wird dann über längere Zeit ein abschwellendes Nasenspray verwendet, was zu einer Gewöhnung und schließlich zur sogenannten Rhinitis medicamentosa (“Nasensprayabhängigkeit”) führen kann.

Eine häufige Ursache sind dauerhaft vergrößerte untere Nasenmuscheln. Diese Schleimhautwulste im Inneren der Nase befeuchten, erwärmen und filtern die Atemluft — bei Reizung durch Allergien, Infekte oder trockene Luft können sie dauerhaft anschwellen und die Nasenatmung einengen.

Ein Wort zur Nasenspray-Abhängigkeit

Die Nasenspray-Abhängigkeit (Rhinitis medicamentosa) ist ein besonderes Kapitel. Abschwellende Nasensprays wirken rasch und zuverlässig — das ist ihr Vorteil. Ihr Nachteil: Nach wenigen Tagen tritt ein Gewöhnungseffekt ein, der Körper reagiert mit einer Gegenschwellung, und das Spray wird zur Dauerlösung, aus der man nicht mehr herauskommt.

Ich habe Patienten behandelt, die täglich — manche sogar mehrfach täglich — auf ihr Spray angewiesen waren, teilweise seit Jahren. Für diese Patienten ist die RFITT oft der Ausweg, den sie lange gesucht haben.

Mehr zum Thema finden Sie auf meiner Spezialseite: www.nasenspray-sucht.de

Das Verfahren: Radiofrequenztherapie (RFITT)

Die Radiofrequenztherapie (RFITT — Radiofrequenz-induzierte interstitielle Thermotherapie) ist ein minimal-invasives Verfahren der modernen HNO-Heilkunde. Es wird ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt.

Über eine dünne Nadel wird gezielt modulierter Hochfrequenzstrom in das Gewebe der vergrößerten Nasenmuscheln eingebracht. Dies führt zu einer kontrollierten Erwärmung des Gewebes und damit zu einer dauerhaften Volumenreduktion. Die Schleimhautoberfläche und die lymphatische Funktion der Nase bleiben dabei erhalten.

Eine Nasentamponade ist in der Regel nicht erforderlich.

Für wen kommt das Verfahren in Frage?

Die Behandlung wird vor allem bei Patienten mit folgenden Situationen diskutiert:

  • Dauerhaft behinderte Nasenatmung, besonders nachts oder im Liegen
  • Wechselnd einseitige Nasenatmung
  • Regelmäßiger Gebrauch abschwellender Nasensprays (Rhinitis medicamentosa)
  • Allergiebedingte Schleimhautschwellung
  • Häufige Infekte der oberen Atemwege

Bei Schnarchen oder Mundatmung im Schlaf ist die Wirksamkeit nach aktueller Datenlage begrenzt. Eine abschließende Einschätzung ist nur nach ärztlicher Untersuchung möglich.

Ablauf der Behandlung

Die Behandlung findet ambulant in der Praxis statt und dauert insgesamt etwa 30 bis 45 Minuten:

  1. Zunächst wird die Nasenschleimhaut mit einem oberflächlichen Betäubungsspray vorbereitet.
  2. Anschließend wird das Gewebe der unteren Nasenmuscheln zusätzlich lokal betäubt.
  3. Die eigentliche RFITT-Applikation dauert pro Seite nur wenige Minuten.
  4. Nach dem Eingriff erholen Sie sich kurz in der Praxis, bevor Sie nach Hause gehen.

Eine Vollnarkose und ein Krankenhausaufenthalt sind nicht erforderlich. Sie sind danach fahrtüchtig und können am nächsten Tag in der Regel wieder arbeiten.

In den ersten 5 bis 10 Tagen kann es zu einer vorübergehenden Schleimhautschwellung kommen — die Nase kann sich in dieser Phase zunächst noch etwas enger anfühlen als zuvor. Das ist normal und gehört zum Heilungsprozess. Danach beginnt das Gewebe abzuschwellen und das Atemvolumen zu verbessern. Der volle Effekt zeigt sich nach etwa drei bis sechs Wochen.

Ich bitte alle Patienten nach dem Eingriff zu einem Nachsorgetermin — um das Ergebnis zu beurteilen und gegebenenfalls zu optimieren.

Hinweise zur Studienlage

Zur Radiofrequenztherapie der unteren Nasenmuscheln liegen mehrere wissenschaftliche Untersuchungen vor, die das Verfahren hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit bewertet haben:

  • Sikka et al., Laryngoscope Investigative Otolaryngology, 2019
  • Ciprandi et al., American Journal of Rhinology & Allergy, 2010
  • Harvey et al., International Forum of Allergy & Rhinology, 2015
  • Caffier et al., American Journal of Rhinology, 2008

Die Studien zeigen eine gute Verträglichkeit und eine im Mittel signifikante Verbesserung der Nasenatmung. Individuelle Ergebnisse können abweichen.

Kosten

Die RFITT der unteren Nasenmuscheln ist eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet. Für Privatpatienten erfolgt die Abrechnung nach GOÄ. Private Krankenversicherungen erstatten die Leistung je nach Tarif ganz oder teilweise.

Ich informiere Sie vor dem Eingriff transparent über die anfallenden Kosten — ohne Überraschungen.

Was Sie bei uns erwartet

Ich führe diesen Eingriff seit vielen Jahren regelmäßig durch und habe dabei gelernt, wie wichtig die richtige Erwartungshaltung ist. Ich nehme mir Zeit für das Vorgespräch, erkläre Ihnen genau, was wir tun und warum, und bespreche ehrlich, welche Alternativen es gibt.

Eine Nasenoperation — auch eine kleine — ist eine Entscheidung, die gut informiert getroffen werden sollte. Wer nach dem Gespräch noch Fragen hat, bekommt Antworten. Wer nach Hause gehen möchte, um in Ruhe zu entscheiden, tut das ohne Druck.


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