Schnarchen ist weit verbreitet und wird häufig als harmlose Eigenheit abgetan. Dabei kann hinter lautem, unregelmäßigem Schnarchen ein ernsthafteres Problem stecken: die obstruktive Schlafapnoe. Bei dieser Erkrankung kommt es zu wiederholten Atemaussetzern im Schlaf — mit Folgen wie nicht erholsamem Schlaf, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Mehr dazu im Beitrag Schnarchen und Schlafapnoe — wann wird es gefährlich?.

In der HNO-Praxis Dr. Dewes biete ich eine strukturierte schlafmedizinische Diagnostik, individuelle Beratung und gezielte Weiterleitung sowie langfristige Betreuung. Für Schlafdiagnostik-Anfragen nutzen Sie bitte nicht die normale Online-Terminbuchung. Die regulären Termine sind häufig weit im Voraus ausgebucht und bilden diesen Ablauf nicht gut ab.

Wann sollten Sie kommen?

Typische Hinweise, die eine Abklärung sinnvoll machen:

  • Lautes oder unregelmäßiges Schnarchen
  • Beobachtete Atemaussetzer durch den Partner
  • Aufwachen mit Mundtrockenheit oder Kopfschmerzen
  • Starke Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf
  • Konzentrationsprobleme oder Vergesslichkeit
  • Bluthochdruck, der sich schlecht einstellen lässt

Orientierender Schlafapnoe-Check

Datenschutz: Dieser Rechner läuft nur in Ihrem Browser. Es werden keine Angaben gespeichert oder übertragen, solange Sie das Formular nicht absenden. Wenn Sie die Anfrage absenden, werden nur die unten zusammengefassten Minimalangaben über eine verschlüsselte Verbindung an die Praxis übermittelt. Eine Datenbank wird dafür nicht angelegt.

Der Check ersetzt keine ärztliche Untersuchung und stellt keine Diagnose. Er hilft nur, Ihre Anfrage zur Schlafdiagnostik zu strukturieren. Bitte tragen Sie keine ausführlichen medizinischen Details ein. Für dringende Beschwerden rufen Sie bitte direkt in der Praxis an.

1. Tagesmüdigkeit im Alltag

Bitte schätzen Sie ein, wie wahrscheinlich Sie in den folgenden Situationen einnicken würden. Dieser Abschnitt ist an das Prinzip der Epworth-Schläfrigkeitsskala angelehnt, nutzt aber eigene Formulierungen.

1. Beim ruhigen Sitzen und Lesen

2. Beim Fernsehen oder längeren Zuschauen

3. Beim stillen Sitzen in einer Besprechung, im Wartezimmer oder im Theater

4. Als Beifahrer bei einer längeren Autofahrt ohne Pause

5. Beim Hinlegen am Nachmittag, wenn es die Umstände erlauben

6. Beim ruhigen Gespräch mit einer anderen Person

7. Nach dem Mittagessen im Sitzen, ohne Alkohol

8. Im Auto beim kurzen Warten, zum Beispiel an einer Ampel

2. STOP-BANG-Risiko-Check

Der STOP-BANG-Check erfasst häufige Risikofaktoren für eine obstruktive Schlafapnoe.

3. Rückruf vorbereiten

Diagnostik

Polygraphie

Die ambulante Polygraphie ist das Standardverfahren zur Abklärung von Schnarchen und Schlafapnoe. Das Messgerät wird Ihnen mitgegeben und in der gewohnten häuslichen Umgebung während des Schlafs getragen. Gemessen werden Atemfluss, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz, Schnarchgeräusche und Körperlage. Die Auswertung erfolgt in der Praxis.

WatchPAT

Als ergänzendes Verfahren setze ich WatchPAT ein — ein handgelenksbasiertes System zur präzisen Erfassung von Schlafstadien und Atemstörungen. Es eignet sich besonders, wenn eine differenziertere Aussage gewünscht wird. WatchPAT steht gesetzlich Versicherten als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) zur Verfügung.

Beratung und Weiterleitung

Nach der Auswertung bespreche ich die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen. Je nach Befund erfolgt:

  • Beratung zu Verhaltens- und Schlafhygienemaßnahmen bei leichtem Schnarchen
  • Weiterleitung an ein zertifiziertes Schlaflabor bei Verdacht auf schwere Schlafapnoe
  • Indikationsstellung und Verordnung einer Unterkieferprotrusionsschiene bei geeigneten Patienten
  • Einleitung einer CPAP-Therapie in Zusammenarbeit mit dem Schlaflabor
  • Koordination mit dem Hausarzt oder Kardiologen bei Begleiterkrankungen

Langzeitbetreuung

Nach eingeleiteter Therapie — etwa einer CPAP-Behandlung oder Versorgung mit einer Unterkieferprotrusionsschiene — begleite ich meine Patienten weiter. Regelmäßige Verlaufskontrollen sichern den Therapieerfolg und ermöglichen eine Anpassung bei veränderten Beschwerden.

Wissenswertes zur Schlafapnoe

Die obstruktive Schlafapnoe (OSAS) ist eine häufige, aber oft unerkannte Erkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen sind, ein erheblicher Teil davon undiagnostiziert.

Evidenz: Zusammenhang zwischen obstruktiver Schlafapnoe und kardiovaskulären Risiken: Young T et al., N Engl J Med 1993; 328:1230-1235. Zur Polygraphie als Diagnosemittel: S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen", AWMF 063-001.